18. April 2015

Warum unser Kind nicht mit uns ins Kino durfte...



Am Wochenende waren mein Mann und ich im Kino. Wir sahen uns Fast & Furious 7 an. Mir hat der Film gut gefallen ABER ich musste dennoch häufig mit dem Kopf schütteln. Und das hatte folgenden Grund:


Wir erzählten unserer Tochter, dass Oma abends auf sie aufpassen wird, weil wir ins Kino gehen werden. Da wollte sie natürlich wissen, was wir uns ansehen und das haben wir ihr auch gesagt. Über ihre Reaktion war ich ehrlich gesagt aber doch etwas schockiert: „Ach ja, DER Film. Da waren der X und der Y aus meiner Klasse drin!“



An dieser Stelle möchte ich nochmal betonen, dass meine Tochter in die erste Klasse geht. Der Film ist ab ZWÖLF… Das heißt, sie müsste nochmal genauso lange warten, wie sie bisher auf der Welt ist, um ihn ansehen zu dürfen!


Und da saß ich und sah Szenen von illegalen Autorennen, Autos, die aus Flugzeugen fuhren, explodierenden Häusern, Menschen, die mit Brechstangen aufeinander losgingen und aufeinander schossen,… Ich habe kaum eine Stelle gefunden, die ich meine Tochter mit ruhigem Gewissen schauen lassen könnte. Und das bringt mich auf die Frage: 


Was bewegt Eltern dazu, ihre Kinder in diesem Alter solche Filme anschauen zu lassen?


Denken sie, dass es „cool“ ist, besonders locker zu sein? Oder ist das einfach ein Trend, dass Kinder ziemlich ungefiltert am Leben der Erwachsenen teilnehmen? Oder machen sie sich schlicht keine Gedanken darüber, ob so etwas gut für ihre Kinder ist oder nicht?


Was das Fernsehprogramm angeht, muss ich aber auch zugeben, dass es wirklich schwer ist, Kinder von Gewalt im TV fernzuhalten. Man muss ja nur mal das Nachmittagsprogramm anschauen: Navy CIS, Ghost Wisperer, Berlin Tag und Nacht,… Ein Kind einfach mal zappen zu lassen, traut man sich da ja nicht mehr!


Also bleibt einem nur noch der KIKA oder andere Kinderkanäle. Und selbst da ist nicht alles moralisch einwandfrei… Sogar bei Bibi & Tina ging es darum, wie Tina ihrem Freund fremdgeht. Geht es nur mir so, oder ist das nicht absolut bedenklich, was unseren Kindern so als normal vermittelt wird?


Und dann beschweren sich alle, dass die Kinder in den Schulen so brutal und rücksichtslos sind und keine Grenzen mehr kennen! Komisch, oder?!?


Deshalb handhaben wir es so, dass wir bei neuen Sendungen mitschauen, um informiert zu sein und ihr auch etwas erklären und mit ihr über das Gesehene sprechen zu können. Was sie regelmäßig anschaut ist die Sendung mit der Maus, Löwenzahn und dann haben wir Filme wie die Schneekönigin, Petterson und Findus, Pippi Langstrumpf,… auf DVD.

Abends schaut sie in der Regel kein Fernsehen mehr, weil sie vor viertel nach acht im Bett ist. Ausnahmen gibt es natürlich auch und wir haben z.B. schon mal zusammen The Voice geschaut. Aber das sind hier wirklich Ausnahmen, denn wenn es zu spät wird, bereuen wir das am nächsten Tag direkt. Das ist aber ein anderes Thema ;-)


Mir fällt es wirklich schwer, die richtige Balance zu finden. Auf der einen Seite möchte ich, dass sie nicht zu viel Fernsehen guckt und auch altersgerechte Filme und Serien sieht. Aber ausgrenzen möchte ich sie auch nicht. Momentan geht das sehr gut, aber ich frage mich, wie das in ein oder zwei Jahren werden soll, wenn sie etwas älter ist!


Wie handhabt ihr das zu Hause? Schauen eure Kinder viel Fernsehen und vor allem was schauen sie? Ich bin wirklich sehr gespannt auf eure Antworten und mache mich schon mal auf die ein oder andere Kritik gefasst ;-)

Kommentare:

  1. Zuerst mal zum Kinobesuch: Mich wundert, dass der Kinobetreiber da keine Grenze zieht und die kleinen Kinder überhaupt erst mit rein lässt. Die denken dort wohl auch nur an ihre Verkaufszahlen. Ich erinnere mich noch an meine Kindheit. Da lief "Dirty Dancing" im Kino an und meine Mutter wollte den unbedingt gucken, hatte mich und meine Schwester auch mitgenommen und wir wurden nicht rein gelassen, wir mussten uns stattdessen in einen Kinderfilm setzen. Meine Tochter ist zwar schon 12, könnte in den "Fast and the Furious"-Film rein, aber sie hat erstens kein Interesse daran und zweitens würde ich ihn nicht mit ihr schauen! Ich kenne die Story nur grob, aber das ist nichts, was sie sehen muss! Im Fernsehen kann man die Kinder wirklich kaum vor speziellen Inhalten schützen. Das geht schon vormittags los, hier Mord, da Vergewaltigung, in der nächsten Sendung Seitensprünge und sonstige verbale Ergüsse und was ich so richtig schlimm finde: Überall diese "Scripted Reality"-Sendungen! Wie oft sag ich ihr "Das sind alles nur schlechte Schauspieler und das ist nicht echt!" Furchtbar! Ich finde gut, dass Ihr neue Sendungen erstmal mitschaut! Eure Kinder sind ja nun noch viel kleiner, bei Aimee kann ich nicht immer dabei sein, sie kommt viel eher aus der Schule als ich von der Arbeit, aber ich hoffe mal, dass sie nur Sendungen sieht, die ich sie auch gucken lassen würde :)
    Schönes Wochenende noch!
    Liebe Grüße
    Jana

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  2. Ich verstehe deine Aufregung ich finde Kinder sollten nur in die Filme die sie auch durfen. Normalerweise sollte man das melden das sie Kids reinlassen, sowas darf wirklich nicht passieren.
    Das Fernsehprogramm finde ich mittlerweile auch schrecklich, vorallem kommt ab und zu Sex Werbung den ganzen Tagüber.
    Irgendwas läuft in unserer Gesellschaft falsch.

    Lg Jasmin

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  3. Also ich finde es auch nicht gut was oft gezeigt wird. meine Söhne sind 8 und 10 Jahre alt. Der jüngere würde sowas von sich aus schon gar nicht gucken. Er guckt am liebsten Zeichentrickfilme. Wir waren in den Ferien in Home. Der große ist etwas anders er möchte schon lieber andere Filme gucken. aber jetzt nicht fast and furios sondern er liebt z.B. tierfilme wie mein freund der Delfin. Es ist im Kino aber wirklich so das Kinder ab 6 in Begleitung erwachsener Filme ab 12 gucken dürfen. Ich finde das mit 6 eindeutig zu früh ab 10 liegt es am Kind und am Film.

    LG heike

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  4. FSK 12 ist leider so ausgelegt, dass Kinder ab 6 Jahren in Begleitung eines Sorgeberechtigten die Filme besuchen dürfen. Daher trifft hier den/die Kinobetreiber keine Schuld.

    Ich bin allerdings auch der Meinung, dass meine Kinder nur durch uns Eltern ausgewählte Dinge mit uns zusammen schauen dürfen (bis jetzt sind sie allerdings erst 5 und 2), weitere Vorgehensweisen lassen wir auf uns herankommen.

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  5. Unsere 8jährige hat in ihrem ganzen bisherigen Leben vielleicht insgesamt eine Woche vor dem TV verbracht. Als sie kleiner war gab es Sandmännchen, Ca. 1/ Jahr Kino und ab und an mal ein bisschen DVD. Unser Motto: Das Leben findet draußen statt. Vermissen tut unsere Motte nichts, ausgegrenzt wird sie aufgrund ihres geringen Medienkonsums auch nicht. Hört einfach auf euer Bauchgefühl!

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  6. Danke!! Seh ich ganz genauso, Kino ist bei uns (Tochter, 3. Klasse) Megaausnahme, ca. 2-3 x pro Jahr, TV täglich 25 min, ein fernsehfreier Tag pro Woche. War auch geschockt, als wir (mein Mann und ich) im Hobbit 3 saßen und vor uns ein Kind, jünger als unsere Tochter (konnte noch nicht lesen, kroch immer tiefer in den Sessel...) Wir schauen meist DVD (z.Zt. gerne altes wie Rote Zora-Serie, Märchenbraut), mal auch was aufgenommenes (Löwenzahn classics...). Fühle mich auch als Ausnahme, freue mich immer, wenn ich höre, es gibt noch mehr Konservative ;)

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  7. Also den Teil mit dem Kino kann ich absolut nachvollziehen und ich finde auch toll, wie du das mit neuen Sendungen handhabst. Allerdings verstehe ich deinen Ärger über Bibi und Tina nicht ganz. Das ist ja nicht wirklich auf 6-jährige ausgelegt, sondern orientiert sich thematisch schon länger eher an pubertierenden Kindern, da passt das mit dem fremdgehen schon. Ich finde mit der Abhandlung solcher Themen wird es ihnen nicht zwangsläufig als "normales Benehmen" suggeriert, sondern bereitet auch ein wenig auf Sachen vor, die das echte Leben so mit sich bringen kann. So lernt man auch, dass nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
    Da finde ich Pippi Langstrumpf ja fast schon bedenklicher, obwohl ich die Sendungen sehr mag. Mein Mann kann die Sendung gar nicht leiden, weil Pippi, ich zitiere: "eine rotzfreche Göre" ist, die ja auch nicht gerade sanft mit den Dieben umgeht. Ich meine, das mit der "Brutalität" und dem " Real Life" hat man doch schon in Kinderliedern (Fuchs du hast die Gans gestohlen, Auf de Schwäbsche Eisebahne) und in Märchen (bei Hänsel und Gretel werden Kinder ausgesetzt und die Hexe verbrannt, Schneewittchen ist andauernd Mordattentaten ausgesetzt, Rumpelstilzchen beinhaltet eine Kindsentführung, Rotkäppchen wird von einem Fremden angesprochen, Rapunzel ist eingesperrt, Aschenputtel wird von der Stiefmutter "versklavt" etc. )

    Also ich finde, man muss immer betrachten, ob die Themen auch altersgerecht aufgegriffen und vermittelt werden, was natürlich voraussetzt, dass entsprechende Sendungen auch nur von der Zielgruppe geschaut werden und da sind wir alle selbst in der Verantwortung.

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