7. Mai 2017

Politik bei uns zu Hause #dubistdemokratie


Im März veröffentlichte die Frankfurter Rundschau einen Artikel über Mamablogs, der uns nicht gerade in gutes Licht gerückt hat. Ein Satz stieß vielen besonders bitter auf: 

„In kaum einem der etwa 2000 deutschen Mütter-Blogs findet sich auch nur ein Spurenelement dessen, was gemeinhin für einen elementaren Teil der Gesellschaft gehalten wird: Politik und Wirtschaft.“





So entstand die Elternblogger-Initiative #dubistdemokratie, an der ich mich sehr gerne beteilige.


Einige von euch lesen meinen Blog ja nun schon länger und natürlich ist hier Politik nicht das Hauptthema. Warum auch? Mein Ziel ist es ja nicht, über Politik zu schreiben, sondern euch einfach einen kleinen Einblick in unseren Alltag zu geben und die ein oder andere Idee mit euch zu teilen. Und wenn ich die Seitenaufrufe zu meiner DIY-Anleitung zum Learning-Tower sehe, habe ich auch nicht den Eindruck, dass ihr meine Beiträge lest, um euch politisch zu bilden.
Das heißt aber noch lange nicht, dass Politik und Demokratie in unserer Familie keine Rolle spielen.


Ganz im Gegenteil. Unsere Tochter ist mittlerweile 8 Jahre alt und zeigt großes Interesse an Nachrichten und schaut sich gerne logo! oder andere informative Kindersendungen an.
Natürlich hat sie dann auch Fragen, die wir ihr möglichst kindgerecht beantworten. 

Vor kurzem beispielsweise fanden im Saarland Landtagswahlen statt. 

An diesem Wochenende war ich vormittags mit beiden Kindern in der Stadt, in der natürlich fleißig Wahlkampf betrieben wurde. Sie fand das sehr spannend und wollte unbedingt zu den Ständen gehen. Als wir wieder nach Hause kamen, waren wir mit Gummibärchen, Brausepulver und Kugelschreibern überhäuft. Natürlich kam da die Frage auf: Warum machen die das?
Nebenbei bemerkt hatte ich an diesem Morgen den Eindruck, man geht mittlerweile davon aus, dass die Partei, die die meisten Süßigkeiten verteilt, auch gewählt wird. Das hat sich dann aber nicht bestätigt, denn von der CDU bekamen die Kinder einen Apfel ;-)

Am Nachmittag haben wir gemeinsam mit unseren Kindern und einer Freundin unserer Großen einen Ausflug gemacht. Die beiden großen Mädchen liefen vor uns und wir konnten eine wirklich interessante Unterhaltung der beiden hören. Sie tauschten sich von sich aus (!) darüber aus, was es für Parteien gibt und was sie über sie wissen. Da fiel beispielsweise der Satz über die AfD: „Die sagen, dass die Ausländer blöd sind. Und das ist doch nicht richtig.“ Dass sie das verstanden hat, macht mich sehr stolz!

Als wir dann zur Wahl gegangen sind, war sie ganz aufgeregt und wollte alles ganz genau wissen. Deshalb habe ich ihr auch erlaubt, mit in die Wahlkabine zu gehen.

Für uns ist es selbstverständlich, die Fragen unserer Kinder zu beantworten und für mich war das nicht so außergewöhnlich, dass ich darüber gebloggt habe. In meinem Wochenend-Post kam die Wahl daher nur am Rande vor.

Aber auch unabhängig von Wahlen kommen unsere Kinder im Alltag immer wieder mit Politik in Berührung.

Beispielsweise, wenn es um Solidarität geht. Die Große bekam mit, dass wir Geld für die Flüchtlingsfamilien in unserem Ort gespendet haben. Wenn es um das Thema Flüchtlinge geht, ist sie generell sehr interessiert. Sie verfolgte die Reportage der Sendung mit der Maus und da im Kindergarten des Kleinen ein Flüchtlingskind in seiner Gruppe war und auch ich ein Flüchtlingskind in meiner Schulklasse hatte, hat sie das Thema sehr berührt. Mehrere Monate später hat sie mit ein paar Schulfreundinnen in der Betreuung verkaufen gespielt und sie kamen auf die Idee, echte Dinge zu verkaufen. Sie bastelten fleißig und ich kam beim Bügeln von Bügelperlen-Bildern fast nicht mehr hinterher. Sie hatten mehrere Tage lang ihren Verkaufsstand und nach zwei Tagen sagte sie abends: „Wir hatten die Idee, das Geld, das wir verdienen, dem Pfarrer für die Flüchtlinge zu geben!“ Ist das nicht toll? Keiner von uns hatte sie dazu animiert. Die Idee kam ganz allein von ihr.

Aber auch unser Kleiner erlebt hier Politik. Am Wochenende besprechen wir, was wir machen wollen und stimmen ab, wenn wir uns nicht einigen können. Außerdem versuchen wir möglichst gerecht zu sein. Gerechtigkeit ist ja sowieso etwas, das Kindern sehr wichtig ist. Das erlebe ich in der Schule täglich.

Generell ist es uns wichtig, die Kinder bei politischen Themen nicht außen vor zu lassen, viel zu erklären und sie zu kritischem Denken zu animieren. Das geschieht ja nun aber im Familienalltag nebenbei oder ist so selbstverständlich, dass ich nie auf die Idee gekommen wäre, darüber zu schreiben. Wie ihr an der Länge des Textes merkt, gibt es wohl doch mehr zu erzählen, als ich immer dachte ;-)

Mein Wunsch wäre es, dass alle Eltern offen mit ihren Kindern umgehen, Fragen ehrlich beantworten und ihnen von klein auf ein Gespür dafür zu vermitteln, was richtig und was falsch ist. Und in Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahl, fangt doch gleich mal damit an, ein Vorbild zu sein und wählen zu gehen!


Was andere Eltern zu diesem Thema zu sagen haben, könnt ihr gerne nachlesen. Ich verlinke euch unten einige Blogs, die sich an der Initiative beteiligt haben (den Anspruch auf Vollständigkeit mag ich nicht erheben. Wenn ihr auch etwas dazu geschrieben habt, gebt einfach kurz Bescheid, ich ergänze es dann)

Jolinas Welt

Tollabea

Allerlei Magazin

Papaleaks

Ich lebe! Jetzt!

Perlenmama

Gluckeundso

Die Anderl

Stadt Land Mama

Motzmama

Wheelymum 

chaoshoch2

Kind und Studium

Heute ist Musik

HalloliebeWolke

DADA und die Liebe 

Eva meints gut

Impressions of Life

Julie liest

einmal anders mit scharf

 

 
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Kommentare:

  1. Schön geschrieben und ja, ich denke auch das wir als Eltern den Kindern vieles erklären und zeigen müssen. Und dazu gehört auch das Wählen gehen. Leider gibt es immer noch viele Eltern, die den Kindern wirklich das nicht erklären möchten oder einfach keine Lust dazu haben.

    Liebe Grüße
    Julia

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  2. Oh danke fürs zufügen <3
    Leider wurde mein Post trotz häufigem teilen extrem wenig geklickt, das zeigt wie wenig die Leute davon hören wollen und das ist so schlimm :-(

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